Der neue Renault Scénic bringt einen schönen Touch Sportlichkeit und Individualität in die oft langweiligen Autos im Segment der Familienvans. Neu ist auch, dass der Scénic auf feschen Highheels steht, nämlich auf 20 Zoll großen Leichtmetallrädern – ein echter Blickfang von allen Seiten!

Text & Bild: Margot Dihanits

An einem dieser vielen verregneten Sonntage im April sitze ich vor einem Stapel DVDs und entdeckte ein noch nicht angeschautes Weihnachtsgeschenk – „Planet Ottakring“. 
Was soll ich sagen – ich habe gelacht, geweint und bin ganz tief in den Bezirk meiner Kindheit eingetaucht, augenblicklich war mir klar: Dort muss ich so schnell wie möglich wieder einmal hin!

Bon Voyage

Bereits am Montag mache ich mich mit dem honiggelben Renault Scénic auf den Weg zu einer Reise in meine Vergangenheit. Wie herrlich ist es, nicht wie einst zu Fuß auf die Jubiläumswarte zu hatschen, sondern den Turbodiesel mit 130 PS  und Common-Rail Einspritzung über den Wilhelminenberg zu jagen – im Auge stets die aktuelle Geschwindigkeit am praktischen Head-up-Display, im Ohr den perfekten Klang des Bose Surround Soundsystems aus 13 Lautsprechern.


Ebenfalls an Bord der praktische Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, der vor allem beim Fahren in der Stadt sehr hilfreich ist. Ein Spurhalteassistent greift mit einer Lenkkorrektur ein, wenn ohne zu Blinken eine durchgezogene oder gestrichelte Linie überfahren wird.

Als Renault-Neuling hab ich mir am Anfang mit der Bedienung des großen Displays in der hübschen chrom-umrahmten Mittelkonsole ein wenig schwer getan und war froh, dass ich bei der Übernahme des Fahrzeuges eine perfekte Einschulung hatte.

Knöpfe und Schalter sind auf ein Minimum reduziert, die Stärke der Belüftung lässt sich zum Beispiel nur mit Touchscreen ändern und das ist eine ziemliche Fummelei während des Fahrens und auch nicht ganz ungefährlich.

Bonne Chance 

Nachdem ich mir den Kompaktvan von der Warte aus auch von oben angeschaut habe, geht es weiter zur Feuerwache Steinhof – diesmal im gemütlichen Komfort-Modus. Zur Auswahl stehen die Fahrmodi Sport, Komfort, Neutral und Eco sowie ein frei konfigurierbarer Modus, mit dem man sich seinen ganz persönlichen Scénic schaffen kann.

Schnell ist es mit der Gemütlichkeit vorbei, da mir in der zweiten Kurve plötzlich ein waghalsiger Motorradfahrer auf meiner Spur entgegen kommt. Zum Glück packt die Bremsanlage energisch zu und der potenzielle Organspender fetzt unverletzt an mir vorbei.

Noch zittern meine Hände ein wenig am griffigen Nappaleder-Lenkrad, doch schon bald fühle ich mich durch eine wohltuende Massage vom Fahrersitz wieder entspannt und locker. Leider umsonst öffne ich das Easy-Life Schubfach mit 11,5 l Fassungsvermögen – kein gekühltes Mineralwasser oder stärkender Müsliriegel inside.

Doch wer braucht schon einen Powersnack in Ottakring, wo doch die Fabrik der weltbesten Schnitten nur eine Scènicsprung entfernt liegt!
Hurtig gehts vorbei an der Feuerwache, am Otterl (= Ottakringer Bad) und der Kuffner-Sternwarte.

Zehn Minuten später parke ich den feschen Franzosen mit seinen breiten 20-Zoll-Rädern, der Panorama-Windschutzscheibe und den originellen Linien vor dem Haus Wilhelminenstraße 6.

Bon Appétit

Weitere 15 Minuten später schleppe ich vier rosa Säcke, vollgefüllt mit köstlichsten Süßigkeiten zum honiggelben Auto. Zum Glück lässt sich die Rückbank im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel teilen und zu einer ebenen Fläche umlegen, entweder per Entriegelung vom Kofferraum aus oder über das Bordmenü.
Apropos Menü, meines besteht heute aus vier Gängen Nachspeise …

Für Snacks zwischendurch bietet der Scénic eine Vielzahl von Ablagen und Stauflächen im Innenraum. Im Boden unten den Fußmatten von Fahrer und Beifahrer gibt es zwei kleine Fächer und in der zweiten Reihe sogar zwei ziemlich große Unterbodenfächer.

Um mein Gewissen zu beruhigen mache ich dann doch noch einen Abstecher auf den Brunnenmarkt, um auch frisches Obst und Gemüse einzukaufen. Anschließend genieße ich die Heimfahrt durch das dämmrige Wien und während ich am Gürtel im Stau stehe, erfreue ich mich an der stylischen Ambiente-Beleuchtung in verschiedensten Farben und der verschiebbaren Mittelkonsole, in der auch zwei Getränkehalterungen zum Vorschein kommen.

„Au revoir Ottakring, à bientôt!“

Kurz und bündig

  1. Was er ist und kann
    Ein flotter Kompaktvan mit einem wohldosierten Schuss SUV im schnittigen Design und einem Hauch Luxus bereits ab der Grundausstattung.
    Der Einstiegspreis des Scénic Energy TCe 115 ZEN liegt bei 20.990 Euro, was wir mehr als fair finden.
  2. Was uns besonders gefällt
    – die Massagefunktion des Fahrersitzes
    – die verschiedenen Lichtstimmungen im Innenraum je nach Fahrmodus
    – die 20-Zoll Reifen schauen nicht nur gut aus, sondern sparen auch Sprit!
    – automatische Umschaltung von Fernlicht auf Abblendlicht bei Gegenverkehr
  3. Was wir gerne hätten (und das Vorvorgängermodell auch noch hatte)
    mehr Raumhöhe im Kofferaum
    – drei einzelne Rücksitze, die auch einzeln umgeklappt werden können
  4. An der Zapfsäule
    Laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) 4,5 Liter – in unserem Test bei gemischter Fahrweise 5,4 Liter  – das ist um einiges weniger als beim Vorvorgängermodell (5,8 Liter)!
  5. Alle detaillierten Infos über den Renault Scénic findet Ihr hier.

Daten und Fakten

RENAULT SCENIC Energy dCi 130 BOSE
Leistung 130 PS (96 kW)
Getriebe 6-Gang Schaltgetriebe
Ø Verbrauch / CO2 4,5–4,6l Diesel / 116–119 g
Preis (Einstiegs-/Testmodell) € 20.990,– / € 32.427,–
Steuer (in €, monatlich)  49,37

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