Suzuki hat den Swift neu auf die Räder gestellt: Ein muskulöser Kleinwagen mit einem Mild-Hybrid-System im Test.

Text, Video und Fotos: Michael Stenzel

Der neue Suzuki Swift ist rundlicher und muskulöser geworden. Die Radkästen lassen die Muskeln spielen, dazu üppige Scheinwerfer und Rückleuchten. Der Swift steht auf einer neuen Plattform, auf der auch der Baleno in abgewandelter Form aufbaut. Das abgesetzte Dach und die extrem kurzen Überhänge hat Suzuki auch bei der neuen Version behalten. Der neue Swift ist ein Zentimeter kürzer (3,84 Meter), drei Zentimeter flacher (1,48 Meter) und ganze vier Zentimeter breiter (1,73 Meter) als sein Vorgänger. Die Griffe für die Hecktüren sind nun in der C-Säule versteckt.

Neu ist auch, dass der Swift mit einem turboaufgeladenen Dreizylindermotor vorfährt. Der 1,0 leistet 112 PS. In unserem Testwagen arbeitete allerdings der 1,2 Liter Vierzylinder Benziner mit 90 PS. Drehfreudig und durchaus zu dem Auto passend geht dieser ans Werk. Er spendiert die Kraft allen vier Rädern, der Allgrip ist ein permanenter Allradantrieb. 4,3 Liter Verbrauch verspricht Suzuki, im Test zeigte der Bordcomputer gute 5,4 Liter an.

Vom Baleno übernommen hat er auch den Mild-Hybrid, SHVS. Dieses SHVS-Hybrid-System nutzt einen integrierten Startergenerator (ISG). Dieser erzeugt durch regeneratives Bremsen Strom und ersetzt damit die Menge Treibstoff, die sonst beim Losfahren aus dem Stand und beim Beschleunigen benötigt wird. Also die Beschleunigung wird elektrisch unterstützt und dabei noch Benzin gespart. In der Praxis fühlt sich das sehr gut an. Der jeweilige Kraftfluss zeigt sich auch auf einem Display in den Armaturen.

Das Cockpit des Suzuki Swift ist reduziert mit überarbeiteten Lüftungsdüsen und mit einem großen Touchscreen in der Mitte ausgestattet. Das Infotainment Programm spielt über Navi, Bluetooth, Apple Carplay und Android Auto alle Stückeln. Dazu schnürt Suzuki ein großes Assistenzprogramm mit Abstands-Tempomat, Spurhaltewarner, Müdigkeitserkennung und Fernlichtassistent sowie ein kamera- und radarbasiertes System, das im Notfall autonom bremst. Will man sich von diesen Assistenten allerdings nicht unterstützen lassen, muss jeder davon extra jedes Mal nach dem Starten von Hand abgeschalten werden.

Lenkung und Fahrwerk geben sich sehr sportlich und darunter leidet auch etwas der Komfort. Bei fiesen Löchern in der Straße poltert der Swift schon spürbar drüber. Dafür lassen sich enge Kurven mehr als sportlich durchziehen. Die Schaltung flutscht in die Gänge, manchmal wünscht man sich da aber noch einen sechsten Gang.

Ebenfalls auf meinem Wunschzettel würde eine größere Windschutzscheibe stehen. Bei manchen Mittbewerbern zieht sich die Frontscheibe schön in das Dach hinein. Im Swift müssen sich groß gewachsene Fahrer durchaus krümmen, um in der ersten Ampelstartreihe den Wechsel auf grün mitzubekommen.

Der Swift ist ein Kleinwagen und damit ein idealer Viersitzer. Dazu gibt es auch mehr Kofferraum als beim Vorgänger, 256 Liter passen nun ins Ladeabteil. Nur schade, dass es da diese hohe Stufe gibt. Wie bei anderen Mitbewerbern auch, müssen Koffer und Taschen über eine 20 Zentimeter-Kante gewuchtet werden, um darin verstaut zu werden.

SUZUKI SWIFT 1,2 Dualjet SHVS Allgrip
Leistung (Systemleistung)  90 PS / 60 kW
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Ø Verbrauch / CO2 4,5 l / 101 g
Preis (in €, Einstiegs-/Testmodell) 13.290,– / 19.490,–
Steuer (in €, monatlich) 28,64