Der Suzuki Ignis im Autofrau-Test: Herzig, kantig, spritzig – das Liliput-SUV eroberte nicht nur meine Sympathien im Nu, sondern auch die nahezu aller Passanten und Mitfahrer.

Text & Bild: Petra Mühr

Nein, das Kindchenschema wird beim neuesten Micro-SUV von Suzuki, dem Ignis, ganz sicher nicht erfüllt. Dazu tritt er viel zu selbstbewusst auf – auch wenn der Dreikäsehoch nur 3,7 m kurz ist – um auf ein SUVerl oder Süvchen reduziert zu werden.


Bullig und breit wirkt er, geradezu ein wenig untersetzt, obwohl er an sich ein angenehm schmales Gefährt ist, mit dem sich herrlich frech durch enge Gassen stechen oder Lücken schlüpfen lässt, in denen mit einem herkömmlichen SUV nicht mal daran zu denken ist.

Knirps mit Kontur und Kaliber

Das nächste Oh, là, là! entwischt einem beim Entern der kleinen Trutzburg: Welch’ Raumangebot auf kleinstem Platz!
Wieviel Komfort in diesem Kabäuschen!
Und weil man grad so schön beim Staunen und Bewundern ist, freut man sich munter weiter:

  • Übers schicke Design.
  • Das frische Orange, das den Innenraum schlau akzentuiert.
  • Die Luftdüsen, die von Elementen in Carbonoptik umrandet sind.
  • Die attraktiven Sitzbezüge.

Und noch vieles mehr, also lassen wir den Wicht mal an und loslaufen …

Kilometerfresser

Der Stöpsel heimst sogleich ein weiteres Bravo ein: Obwohl er nicht das Langstreckenfahrzeug schlechthin ist, hatte der Ignis das Pech oder auch Glück, in seinen Autofrau-Testtagen einen regelrechten Bundesländer-Slot abzukriegen und musste mit Abstand (zu den meisten anderen „Pressefritzen“) die meisten Kilometer zurücklegen.
Brav tauchte er durch den Regen nach Salzburg, wuselte zwischen Rapsfeldern und Windrädern ins Burgenland und schurlte weiter nach Oberösterreich … das alles mit Bravour!

Ruckizucki

Auf den vielen Autobahnkilometern habe ich besonders das Spurhaltewarnsystem  schätzen gelernt. Aufmerksam warnt es optisch und durch sanftes Ruckeln des Lenkrads, wenn sich aufgrund zu lang andauernder Fahrt Schlampigkeitsfehler einschleichen und die Linie nicht mehr so exakt wie zu Beginn der Reise gehalten wird – danke, Ignis!

Stöpsel-Stopp

Kompliment auch an das Kollisionswarnsystem namens „aktive Bremsunterstützung DCBS“, das Hindernisse auf der Fahrbahn erkennt und einen in vier Stufen vor einem Aufrall schützt. So etwas lässt sich im Normalfall nur auf einem Übungsplatz testen … oder man fährt, so wie ich, einen Waldweg entlang, sehr langsam, schaut sich links und rechts das frische Grün an und übersieht dadurch ein Asterl, das in den Pfad hineinragt und ratatatata, warnt Dich der Wichtel richtig und wichtig und bremst – weil Du völlg überrascht und entgeistert aufs Armaturenbrett starrst – dich hurtig runter und ab.
Ich kann also bestätigen: dieses System funtkioniert!

Allerhand!

Ganz besonders gefiel uns Allradfans natürlich der Vierradantrieb Allgrip, der neben sicherem Spurhalten bei rutschigen oder glatten Fahrbahnen auch eine Bergan- und Bergabfahrhilfe bietet … allerfeinst! Und das bei diesem Gnomen-Gefährt!

Erstaunlich auch, wieviel Platz der Däumling bietet, so viel Innenraum und Komfort auf jedem Sitz traut man dem Ignis von außen gar nicht zu.

Hearst mi?

Ausstattungsmäßig kann sich das Zwutschki ebenfalls mit jedem Großen messen, und zwar bereits ab der Variante „shine“ (wir hatten die Topvariante „flash“), die u. a. mit Allradantrieb, Rückfahrkamera und Bluetoothfreisprecheinrichtung aufwartet.
Apropos … die ist ein bisserl eine Einbahnstraße. Hören kann man brillant, gehört hingegen wird man leider durchwegs schlecht, egal ob in Salzburg, Wien oder im Burgenland. Da wünschen wir uns unbedingt eine gebührende Verbesserung für den Winzling!

Kurz und bündig

  1. Was er ist und kann
    Micro-Allradler mit Format, der beweist, dass auch kleine Autos extrem schick sein können und deswegen nicht gleich 30.000,– Euronen kosten müssen.
    Genial: das Raumkonzept!
    Top: die Sicherheitsfeatures und der exzellente Allradantrieb Allgrip.
    Spitze: sein spritzges Fahrverhalten.
  2. Was uns besonders gefällt
    – die Sicherheitsfeatures, allen voran das Kollisionswarnsystem DCBS
    – Flaschenhalter in jeder Autotür
    – die Sitzheizung
    – das Cockpit-Design, das zeigt, dass auch „Plastik“ cool und wertig aussehen kann!
  3. Was wir gerne hätten
    – dass man für die Adresseingabe beim Navi nicht die Handbremse anziehen muss
    – eine leichtgängigere Lenkung
    – leichter einzustellende Radiosender
    – eine gute Freisprecheinrichtung
  4. An der Zapfsäule
    laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) 4,7 Liter – in unserem Test 6,0!
  5. Alle detaillierten Infos über den Suzuki Ignis findet Ihr hier.

Daten und Fakten

SUZUKI IGNIS 1,2 Dualjet SHVS Allgrip flash
Leistung 90 PS (66 kW)
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Ø Verbrauch / CO2 4,7 l / 106 g
Preis (Einstiegs-/Testmodell) € 11.990,– / € 18.690,–
Steuer (in €, monatlich) 29,33

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