Was passiert, wenn man eine E-Auto-Batterie einen Tag lang im Meer versenkt? – Wir waren bei der Chery Safety Challenge „Deep Sea, Deep Tech“ in Rumänien. Mit Salzwasser-Bädern und Unterboden-Scratches.

Bei der ersten europäischen Chery Black Sea Safety Challenge in Rumänien ging es um eine Frage, bei der du als Autofahrerin genau hinschaust: Was passiert eigentlich, wenn es für die Hochvoltbatterie einmal so richtig ungemütlich wird?

Das Motto der Veranstaltung: Deep Sea, Deep Tech. Rumänien, Schwarzes Meer, internationale Journalistenrunde, der neue Tiggo 9 und mittendrin ein ziemlich ungewöhnliches „Schwimm- und Schrammprogramm“ für einen Akku …

Erst einmal ins Wasser

Der zentrale Test der europäischen Chery CSH (Chery Super Hybrid) Black Sea Safety Challenge war die sogenannte Saltwater Immersion Challenge: Die Batterie eines beliebigen Tiggo 9 wurde dabei für 24 Stunden in Salzwasser versenkt, mit einem Salzgehalt, der dem des Schwarzen Meeres entsprochen hat.
Wasser allein ist für Hochvolttechnik schon keine besonders charmante Umgebung. Salzwasser legt noch einmal ordentlich nach, in der Regel eine Art Höchststrafe für Elektrik.

Nach 24 Stunden wurde der Akku aus dem Becken geholt, überprüft und wieder in den Tiggo 9 eingebaut. Und der SUV startete ohne Tadel oder Zögern.

Das ist natürlich kein Freibrief, mit dem eigenen Chery-Modell künftig auf Tauchstation zu gehen. Es veranschaulicht jedoch, worauf Chery bei der Batterieentwicklung Wert legt: auf Schutz, Dichtigkeit und Sicherheit auch unter Bedingungen, die im normalen Testbetrieb eher selten auf der Wunschliste stehen.

(Hintergrund-Info am Rande: In Indonesien hat Chery diesen Versuch sogar schon mit mehr als 50 Stunden durchgezogen, ebenfalls ganz ohne Kurzschluss oder Leistungsabfall.)

Und weil ein Test hübsch ist …

… und zwei Tests besser, ging es für den Tiggo 9 direkt im Anschluss weiter, zur Scratch Challenge. Auch hier muss die Batterie einiges aushalten. Dabei wird der Unterboden über ein Hindernis geführt, das Kontakt mit dem Bereich der Batterie bekam. Anschließend wird kontrolliert, ob das Batteriegehäuse beziehungsweise die Batterie selbst Schaden genommen hat.

Die internationale Chery Safety Challenge umfasst mehrere solcher extremen Szenarien: Chery hat unter anderem Unterboden-Scratch-Tests, Crashs, Salzwasser-Immersion, 1.000 Grad Hitzeprüfungen oder auch Beschuss-Tests öffentlich demonstriert. Eine ganz schön lange Liste!

Bei einem früheren Chery-Batterietest in Mexiko traf ein Tiggo 7 bei 30 km/h auf eine 24,2 Zentimeter hohe Metallbarriere. Laut Chery blieb das Batteriepaket strukturell intakt und zeigte lediglich leichte Oberflächenkratzer – ohne Leck, Feuer, Explosion oder ähnliche Defetkte.

In Mamaia fuhr der Tiggo 9 bei 14 bis 15 km/h sogar über eine 25 Zentimeter hohe Stufe mit Metallkante. Die Beschichtung des Unterbodenschutzes  wurde wieder beschädigt, das Batteriegehäuse blieb unversehrt.

Kurz gesagt: Die Batterie darf bei Chery offenbar einiges erleben.

Chery und die Sache mit dem Image

Chery ist für viele österreichische Autofahrer noch eine relativ neue Marke. Die Autos kommen aus China und da schwingt bei manchen noch immer automatisch die Vorstellung von „günstig“ mit.

Die Chery Group wurde jedoch bereits 1997 gegründet und ist mittlerweile in mehr als 130 Ländern vertreten. In Österreich ist die Marke als Chery erst seit 2026 (Ende Mai/Anfang Juni) mit der Tiggo-Familie präsent. (Zur Chery Gruppe zählen u. a. Omoda, Jaecco, Lepas u.v.m.)
Chery ist also ein mehr als ernstzunehmender globaler Automobilhersteller und positioniert sich über Technologie und umfangreiche Sicherheitsvalidierung.
Chery selbst spricht von einem „Safety, for Family“-Ansatz und kombiniert passive Sicherheit, aktive Assistenzsysteme und Batteriesicherheit. Und es lässt sich ja viel über Qualität und Sicherheit erzählen. Oder aber es wird live demonstriert: wie eine Batterie ins Salzwasser zu versenken, einen Tag zu warten, anschließend zu schauen, ob das Auto wieder startet und währenddessen Tiggos zu testen … apropos …

Wie fährt sich der Tiggo 8?

Zwischen all den Sicherheitsprüfungen durfte natürlich auch gefahren werden. Für mich war es die erste Begegnung mit dem Chery Tiggo 8. Mein erster Eindruck: premium-like, sehr komfortabel, leicht im Handling.

Der siebensitzige Plug-in-Hybrid ist in Österreich mit 279 PS Systemleistung, sehr gut ausgestattet und einer elektrischen Reichweite von bis zu 90 Kilometern erhältlich, die kombinierte Gesamtreichweite gibt Chery mit bis zu 1.050 Kilometern an.

Den Tiggo 9 mit Allradantrieb, der bei der Safety Challenge die Hauptrolle im Batterietest spielte, heb‘ ich mir für den nächsten Testbericht auf.

Was kostet so viel Sicherheits- & Komfort?

Interessant ist dabei auch die Positionierung der Marke in Österreich. Der Tiggo 8 startet in Österreich aktuell bei 37.990 Euro, der Tiggo 9 bei 47.990 Euro. Dazu kommen sieben Jahre Garantie und ein siebenjähriges Pannenhilfeprogramm. De Kombination aus umfangreicher Ausstattung, Hybridtechnik, Assistenzsystemen und langer Garantie dürfte für viele KäuferInnen interessant sein.

Und wo wird mein Chery serviciert?

Eine Frage, die bei einer neuen Marke ziemlich schnell auftaucht. Die Antwort: Chery Austria baut in Österreich aktuell ein Händler- und Servicenetz auf.  19 Händler gibt es aktuell, bis Ende des Jahres soll auf 25 aufgestockt werden.

P.S.: Warum eigentlich Rumänien?

Falls ihr euch gefragt habt, warum Chery ausgerechnet Rumänien für dieses Spektakel ausgewählt hat: Das hatte einen sehr konkreten und ziemlich beeindruckenden Grund.

Rumänien ist aktuell der europäische Hotspot für die Langstrecken-Dauererprobung der Marke. Der rumänische Creator und Automobil-Enthusiast Dragoș Stan hat mit dem Chery Tiggo 9 kurz zuvor eine epische Härteprüfung absolviert: Über 12.000 Kilometer ging es auf Achse quer über den Kontinent bis hinunter ins chinesische Wuhu – durch extremste Straßenverhältnisse, Matsch, Hitze und Gebirgspässe.

Genau dieses Original-Expeditionsfahrzeug von Dragoș Stan stand in Rumänien direkt vorm Hotel.

Ein SUV, das 12.000 Kilometer Dauerbeanspruchung hinter sich hat und dennoch so fit aussieht, als würde es gleich zur nächsten Weltumrundung aufbrechen, ist schlichtweg die beste Visitenkarte für echte Langzeitqualität.

FAQ – Chery, Chery Tuggo und CSH Safety Challenge

Wie sicher sind die Chery Tiggo Modelle?
Die Tiggo-Modelle verfügen über umfangreiche passive und aktive Sicherheitssysteme. Chery setzt unter anderem auf mehrere Airbags, hochfesten Stahl und zahlreiche Fahrerassistenzsysteme.

Was wurde bei der Chery Safety Challenge in Rumänien getestet?
Im Mittelpunkt stand ein 24-stündiger Salzwassertest der Hochvoltbatterie des Tiggo 9 CSH. Anschließend wurde die Batterie wieder eingebaut und das Fahrzeug gestartet.

Hat Chery schon früher Batterien unter extremen Bedingungen getestet?
Ja. In Indonesien wurde eine Chery-Batterie laut Hersteller 53 Stunden und 51 Minuten Salzwasser ausgesetzt. Außerdem gab es unter anderem Feuer-, Crash- und Unterboden-Sicherheitstests.

Wie lange Garantie gibt es auf einen Chery in Österreich?
Chery Österreich gibt sieben Jahre Garantie an.