Zu früh gefreut, wer nun an den schnöden Mammon denkt. Nein, die neue Mercedes E-Klasse steuert teilweise selbst – und wir Lenker kriegen frei. Allerdings noch nicht ganz …

Treffpunkt Stuttgart, Daimler Zentrale. Die neuen Mercedes-Benz E-Klassen warten schon schön poliert im Hof, während wir noch kurz aufs Pilotieren und die Highlights eingestimmt werden.

Allen voran der Drive Pilot, der durch Sensoren und Kameras auf Autobahnen und Autobahn-ähnlichen Straßen nicht nur automatisch den korrekten Abstand hält, sondern das auch bis zu 210 km/h schafft und in sanften Kurven sogar mitlenkt. Dazu gesellt sich ein aktiver Spurwechsel-Assistent, dank dem das Auto automatisch überholt, sobald man den Blinker setzt und eine entsprechend große Lücke frei ist.
Wäre dann noch der Remote Park-Pilot, durch den die E-Klasse selbst einparken kann – und zwar ebenfalls ohne Lenkerin.

Doch zuerst mal rein in die gute E-Stube und rauf auf die Autobahn.

Und sonst so?

Testet stets streng und sehr genau: Stephan Schätzl von Krone.at (© PM)

Testet stets streng und sehr genau: Stephan Schätzl von Krone.at (© PM)

Vorweg: Bitte nicht nachahmen, dieses Foto entstand ausschließlich wegen und fürs Foto. Wir haben selbstverständlich unsere Hände weder gen Himmel noch in den Schoß gelegt. Sondern schlicht und einfach dem Drive Pilot auf die unsichtbaren Finger geschaut. Der bis 200 km/h unterstützend das Lenken übernehmen sollte. Hat er auch gemacht. Allerdings … haben wir uns einige Male verdächtig nah dem äußeren Begrenzungsstreifen respektive der Leitplanke genähert – und dann doch lieber selbst dirigiert.

Ob’s nun unser fehlendes Vertrauen, ein Systemschwächeln oder falsches Fahrverhalten unsererseits war, ließ sich trotz anschließender intensiver Diskussion mit den Verantwortlichen von Mercedes nicht feststellen.
Die Hände sollten jedenfalls am Lenkrad bleiben. Tut man das nicht, mahnt einen die E-Klasse so lang, bis man wieder Hand anlegt. Dies muss deutlich merkbar oder mit einem Wischen über einen der berührungssensiblen Touch-Sensoren auf dem Lenkrad erfolgen. Andernfalls warnt der Wagen weiter, bremst schließlich bis zum Stillstand ab und schaltet sicherheitshalber auch gleich die Warnblinkanlage ein! Sehr umsichtig!

Auf der Überholspur

© PM

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Nächster neuer Bediensteter ist der aktive Spurwechsel Assistent: Setzt du mindestens zwei Sekunden lang den Blinker, hilft er dir beim Überholen. Fährt also hinaus, sobald der Weg frei ist. Und macht das Ganze auch wieder nach rechts, sobald Du den rechten Blinker setzt und ordnet sich danach wieder brav ein.

Ebenfalls eine der vielen neuen technischen Spielereien, die – wie erwähnt – alle Richtung autonomes Fahren weisen und somit zur Entlastung des Fahrers beitragen sollen.
Bei mir haben sie vorerst mal zu absolut erhöhter Aufmerksamkeit geführt, denn a) alles neu und b) imemr noch ein wenig spooky, wenn die Karosse so viel selbst erledigt.

Das Tüpfelchen auf dem i-ch-mach’s-selbst-Angebot war für mich letztlich der Remote Park-Pilot.

Eine App weiter

Dass mein Auto einen Parkplatz findet und ich alsdann die Hände vom Steuer nehmen kann (bzw. muss, sonst wird der Vorgang unterbrochen), der Wagen parkt längs oder quer sowohl ein als auch aus, nur Gas geben und bremsen musst ich – das kenne ich von mehreren Marken.

Die E(echt Extra)-Klasse ist allerdings weiter. Wenn der Parkplatz beispielsweise so schmal ist, dass du zwar reinfahren kannst, aber die Tür nicht mehr aufbekämst, dann spürt sie diesen auf, du steigst aus und parkst dein Auto via Handy ein – hier demonstriert von Thomas Wohlgemuth, Mercedes Parksystem-Entwickler:

Fazit: Faszinierend, was diese wie eine Luxus-Yacht eingerichtete und kluge Limousine alles kann (allerdings in Österreich noch nicht alles darf).
Natürlich noch sehr viel mehr, sowohl im Bereich Sicherheit als auch Vernetzung und und und. Die für uns beeindruckendsten Talente ware jedoch oben erwähnte, bemerkenswert auch der Startpreis mit 49.540,– Euro für den E 220 d.

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