Cowboyhut auf, Stiefel an, Sattel gezückt. Und dann stellt sich heraus: Die Vespa 946 Horse will vor allem eines: bewundert werden.

Die meisten Fahrzeuge fahre ich.

Andere würde ich mir lieber ins Wohnzimmer stellen. Oder eigentlich in die Pferdebox.

Wie die Vespa 946 Horse.

Deren wahre Berufung ist vor allem eines: Dich und jeden anderen dazu zu animieren, stehen zu blieben, sie anzusehen, sie zu bewundern, vielleicht noch sie zu streicheln.

Das war’s dann aber auch schon, denn die 946er (eine Hommage an die Ur-Vespa) ist per se schon eher ein Show-Star, die Horse ganz speziell.

Sattelt die Pferde!

Im chinesischen Jahres des Pferdes hat Piaggio der Vespa 946 jedenfalls ein Sonderkleid verpasst. Farbton „Bay“, ein edles, tiefes Braun mit goldenen Reflexen. Dazu kommen Lederdetails, goldene Akzente und ein kleines Hufeisen-Emblem unter dem Echtleder-Sitz mit goldenen Nieten und kontrastierenden Nähten.

Ein Hauch von Luxus umweht die limitierte und nummerierte Edition, die eher an eine Designerhandtasche als an einen Alltagsroller erinnert.

Aber das ist die Horse ja auch nicht. Mehr ein Showpiece mit Straßenzulassung.

Als ich daher mit (etwas ramponiertem, meine Westernreitzeit ist echtschon ein Zeiterl her) Cowboyhut, Cowboystiefeln und einer ordentlichen Portion Western-Feeling vor dieser Vespa stand, war sofort klar: Das englische Reit-Outfit wärepassender gewesen.

Die Horse ist eher kein temperamentvoller Mustang, vielmehr ein edles und wohlerzogenes  britisches Reitpony. Dafür wurde sie gebaut. Ein Schmuckstück auf zwei Rädern.

Erstes Aufsitzen: hübsch, aber ungewohnt

Als GTS-Fahrerin bin ich robust und satt gewohnt. Größere Räder, mehr Pepp und Biss, stabilerer Hauptständer, Seitenständer, Stauraum unter dem Sitz für alles, was ein Vespaleben so mit sich bringt, Frontschürzen-Facherl für Schlüssel und Smartphone.

Die Vespa 946 Horse tickt anders. Hier steht im Vordergrund  „Wie machen wir die schönste Vespa der Welt?“

Unter dem Sattel findet sich ein minimaler Stauraum. Für das gesetzlich vorgeschriebene Erste-Hilfe-Set wird es bereits eng. Auch Papiere, Geldbörse oder andere Kleinigkeiten lässt du besser daheim.
Oder du drückst alles deinem Stallburschen in die Hand … soll sich doch das Personal drum kümmern, während du defilierst und promenierst.

Immerhin gibt es einen Taschenhaken unterm Sattel. Das war’s dann aber.

Vespa 946 Horse Sattel

Taktvoller Trab statt geiler Galopp

Der erste Startknopfdruck, das erste Losrollen, und du merkst sofort: Das hier ist eine ganz andere Gangart.

Leise, leichtfüßig, spielerisch. Die 946 Horse möchte stilvoll über die Promenade traben. Wie ein gut erzogenes Dressurpferd eben.

Für die kurze Runde durchs Grätzel, den Blick der Passanten, das Gefühl, kurz jemand anderes zu sein: top.

Auftritt statt Ausritt

Während des Fotoshootings stellt sich ebenfalls schnell heraus: Die Vespa 946 Horse ist geradezu magnetisch!

Menschen bleiben stehen. Fragen nach dem Modell. Zücken ihre Smartphones.

Darin liegt eben ihre größte Stärke.

Sie erzeugt Emotionen. Erzählt Geschichten. Macht aus einer simplen Fahrt einen unvergesslichen Auftritt.

Technik Vespa 946 Horse in Kürze

Unter der glänzenden Fassade steckt bewährte 946er-Technik: ein 125-ccm-Einzylinder mit rund 11 PS, trinkt etwa 2,5 Liter auf 100 Kilometer. Zweikanal-ABS und Antriebsschlupfregelung sind serienmäßig an Bord, ebenso 12-Zoll-Räder mit Aluminiumfelgen.

Das ist solide Roller-Kost. Keine Rennmaschine, aber auch keine, die dich im Stich lässt.
Aber wer sich für die 946 Horse entscheidet, kauft ohnehin nicht Fahrleistung oder Stauraum.
Der kauft das Bild, das sie abgibt. Das Flair, die Aura.

Technische Daten Vespa 946 Horse

  • Motor: 125 ccm Einzylinder, 4-Takt
  • Leistung: ca. 11 PS
  • Getriebe: Automatik (CVT)
  • Bremsen: Scheibenbremsen vorne und hinten
  • Sicherheit: ABS und ASR-Traktionskontrolle
  • Besonderheit: nummerierte Limited Edition
  • Preis: 12.490 Euro

Zu kaufen bei Faber.

Fazit: Die Vespa 946 Horse ist Kunst auf Rädern

Wenn du einen praktischen Alltagsroller suchst, wirst du vermutlich mit einer Vespa GTS oder Primavera glücklicher.

Willst du jedoch ein exklusives Sammlerstück, das Design, Handwerkskunst und italienischen Lifestyle vereint, limitiert ist und hast du noch dazu ein Faible für Pferde … dann wirst du dich wohl hemmungslos in die Vespa 946 Horse verlieben.

Pro

  • Optischer Ausnahmezustand: Die Leute schauen. Wirklich immer.
  • Hochwertige Materialien: Echtleder-Sattel, goldene Details, Glitzer-Lack
  • Sparsam im Verbrauch, ordentliche Reichweite

Contra

  • Kein Seitenständer, Hauptständer instabiler als gewohnt
  • So gut wie kein Stauraum: nicht einmal Platz fürs Erste-Hilfe-Set, Fahrzeugpapiere & Co.

Die Vespa 946 Horse ist ein Sammlerstück, ein Statement, ein rollendes Schmuckstück.

FAQ – wichtigste Fragen zur Vespa 946 Horse

Was ist die Vespa 946 Horse?

Die Vespa 946 Horse ist eine limitierte Sonderedition der Vespa 946 und wurde anlässlich des Jahres des Pferdes im chinesischen Mondkalender entwickelt.

Was unterscheidet die Vespa 946 Horse von der normalen 946?

Vor allem Optik und Ausstattung: die Sonderlackierung „Bay“, die Echtleder-Sitzbank mit goldenen Nieten und Nähten sowie die limitierte, nummerierte Stückzahl.

Wie viel kostet die Vespa 946 Horse?

Der Einstiegspreis liegt bei 12.490 Euro und macht sie zu einem der exklusivsten Vespa-Modelle am Markt.

Ist die Vespa 946 Horse alltagstauglich?

Ja, sie lässt sich problemlos im Alltag fahren. Allerdings bietet sie deutlich weniger Stauraum als etwa eine Vespa GTS und verzichtet auf einen Seitenständer.

Für wen eignet sich die Vespa 946 Horse?

Für Designliebhaber, Sammler und Vespa-Fans, die etwas Außergewöhnliches suchen und Wert auf Exklusivität legen. Ein stilvolles Statement auf zwei Hufen … äh …Rädern.