Kommunikation ist alles, sagt Aston Martin über seinen neuen Vantage S. Ein bisserl Kleingeld dazu schadet allerdings auch nicht. Im Test 409.291,67 Euro, 680 PS und Daumen-hoch-Momente.

Hast du schon länger keine „Daumen hochs“ bekommen?

Nun, vielleicht liegt’s ja weder an Aussehen, Alter noch Outfit. Sondern einfach am falschen fahrbaren Untersatz.

Ich empfehle ergo eine Fahrt mit einem Aston Martin Vantage S.

Vielleicht auch in der Farbe Ultra Yellow, so wie unser Test-Aston.

Damit du auch dem unachtsamsten Fußgänger, Radfahrer oder Autolenker auffällst.

WWWRROOOÄÄÄMMMHHHH

Irgendwiesogenialkrass tönt der Aston Martin Vantage S.

Endlich wieder einmal ein Auto, das beim Starten nach etwas klingt! Das einen guten Spruch hat!
Wobei „gut“ hier ziemlich untertrieben ist. Peak, wie die Jugendliche in mir sagen würde.

Konkret handelt’s sich um einen Achtzylinder-Twin-Turbo.

Mit schlanken 680 PS.

In 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Gut, das kann das eine oder andere Elektrokutscherl mittlerweile auch.

Aber der Sound!

Unbezahlbar.

Na gut.

Nicht ganz.

409.291,67 Euro.

So, das waren drei Sekunden zum Durchatmen und Schlucken.

Und ja, natürlich bin ich auch schon in dem einen oder anderen exorbitant teuren und exklusiven Auto gesessen.
Ist halt eher die Ausnahme.

Der Aston Martin Vantage S startet also tief. Sonor. Markant. Sehr britisch.

Grins (meistens ein gutes Startzeichen für einen Testbericht).

Ich fahr‘ einfach mal los

Ich mag Assistenzsysteme.

Spurhalteassistent, Notbremsassistent, automatischer Abstandstempomat, die Sprachsteuerung … alles super. Sie erleichtern die das Fahren, Parken, Bremsen und machen jede Fahrt sicherer.

Ich nehm‘ sie auch gern genau unter die Lupe: Ist der Spurverlassenswarner bei [Marke Modell] genauso hysterisch wie bei [Marke Modell]?  Hm, der Stop&Go-Assistent bei [Marke Modell] sollte akkurater agieren.

Der Vantage S hat die auch, abundant.

Allerdings ist mir das bei diesen Hypersuperflitzern herzlich wuascht, wie die Wienerin in mir sagen tät‘.

Damit mag ich einfach rumpledern, Gas geben, abschalten, durchatmen, Gasfusserl senken und Zylinder brüllen lassen.

Ganz ohne digitale Zwischentöne, KI oder elektronische Helferlein.  Sogar das Aston Martin Audiosystem ist mir in dem Fall schnuppe.

Ich mag ihn hören, spüren, fühlen, riechen.

Aus der kleinen Runde wurde – Überraschung – spontan eine ziemlich lange Überlandpartie, Landschaft fast egal, Hauptsache viele Kurven, viele Geraden, wenig Verkehr.

Das darf jeder überhaupt nicht grün und gar nicht vernünftig finden. Ist exakt wunderbar so.

Der Antrieb ist keine Verhandlungssache

680 PS lassen wenig Raum für demokratische Entscheidungsprozesse.

Der 4,0-Liter-V8-Twin-Turbo liefert 680 PS und 800 Newtonmeter zwischen 2.000 und 5.000 Umdrehungen. Die Kraft landet über die Achtgang-Automatik auf der Hinterachse. Und genau dort gehört sie bei diesem Auto für mich auch hin.

Schließlich möchte der Vantage S gefahren werden.

Gefahren.

Wenn die Straße anfängt, sich in Kurven zu kringeln, wird ziemlich schnell klar, warum Aston Martin beim S noch einmal ordentlich nachgeschärft hat.

Das Fahrwerk, die Lenkung, die Aerodynamik, die Abstimmung: Aus dem schon feinen Vantage wurde ein noch direkteres, fahraktiveres Auto.

3,5 Sekunden auf Tempo 100, Topspeed 325 km/h. Das 8-Gang-Automatikgetriebe wurde neu abgestimmt, Carbon-Keramik-Bremsen, überarbeitete Lenkung … ich könnte jetzt sehr technisch werden, formulier’s jedoch so:

Der Aston Martin Vantage S will, dass du merkst, was er macht.

Design: Schön ist er einfach

Wer in der Farbe Ultra Yellow vorfährt, muss sich, sagen wir so, um die Begrüßung keine großen Gedanken mehr machen.

Auch die Motorhaube hat einiges zu erzählen. Die markanten Lamellen in der Mitte helfen dabei, die Hitze aus dem sogenannten „Hot-V“ des Twin-Turbo-V8 abzuführen.

Und hinten sitzt dieser ziemlich breite Heckspoiler. Der ist natürlich kein reines Accessoire für die Instagram- oder die TikTok-Abteilung. Bei Höchstgeschwindigkeit erzeugt er 44 Kilogramm zusätzlichen Abtrieb. Der Unterboden legt noch einmal 67 Kilogramm drauf.

Für mich eine ziemlich schöne Art, Physik sichtbar zu machen.

Innenraum: Kommandozentrale mit Handschrift

Drinnen geht’s gediegen weiter.

Leder, Alcantara, Carbon und Metall. Alles fühlt sich so an, wie es sich bei einem Aston Martin gefälligst zu fühlen hat: hochwertig, solide und ein bisserl besonders.

Vor mir ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay, daneben der 10,25 Zoll Touchscreen, beide sauber ins Cockpit integriert und flott in der Reaktion.

Was mir besonders gefällt: der Drehregler für die Fahrmodi.

Ein richtiger Drehregler. Aus Metall. Gerändelt. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich manche Dinge gern angreife und nicht nur über eine Glasfläche touchend aktiviere?)

Hervorzuheben auch die Handarbeit von Aston Martin. Die S-Logos in den Sitzschultern werden mit fast 2.500 einzelnen Stichen eingestickt.

2.500 Stiche.

Nau, da relativiert sich der Preis wieder ein wenig.

Wer möchte, ergänzt das Ganze mit Bowers & Wilkins Soundsystem mit 1.170 Watt über 15 Lautsprecher. Nur: Bei diesem Motor braucht’s eigentlich keine Playlist.

Britisch durch und durch

Und dann, im Kofferraum, hätt ich fast vergessen, ein … natürlich, was sollte ein Aston Martin auch sonst im Kofferraum haben?

Ein Abschleppseil? Eine Warnweste? Ein halbes Dutzend Ersatzreifen?

Nein.

Den Regenschirm.

Und zwar einen richtigen.

Das ist vielleicht überhaupt die schönste Zusammenfassung dieses Autos:

680 PS, 325 km/h und ein Regenschirm im Kofferraum.

Ich mag die Briten einfach.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Aston Martin Vantage S

Wie viel PS hat der Aston Martin Vantage S? Der Vantage S leistet 680 PS bei 6.000 Umdrehungen pro Minute aus seinem 4,0-Liter-V8-Twin-Turbo-Motor.

Wie schnell beschleunigt der Vantage S von 0 auf 100 km/h? Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 3,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 325 km/h.

Welche Fahrassistenzsysteme hat der Aston Martin Vantage S? Serienmäßig an Bord sind unter anderem Notbremsassistent, adaptiver Tempomat mit Stop&Go, Spurhalteassistent, Totwinkel-Assistent und Hands-Off-Erkennung.

Wie viel verbraucht der Aston Martin Vantage S? Der kombinierte Verbrauch liegt laut WLTP bei 12,1 Litern auf 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß bei 274 g/km.

Gibt es den Vantage S auch als Roadster? Ja, neben dem Coupé bietet Aston Martin den Vantage S auch als Roadster mit Z-Faltverdeck an, bei identischer Motorleistung.


Fakten und Daten Aston Martin Vantage S (>>hier geht’s zur Website) Motor: 4,0-Liter-V8-Twin-Turbo, 680 PS bei 6.000 U/min, 800 Nm bei 2.000–5.000 U/min Beschleunigung: 0–100 km/h in 3,5 Sekunden, Topspeed 325 km/h Getriebe: 8-Gang-Automatik ZF, Achsübersetzung 3,083:1 Verbrauch: 12,1 l/100 km kombiniert (WLTP), CO2 274 g/km Tankinhalt: 73 Liter Länge: 4.495 mm, Breite: 1.980 mm (ohne Spiegel), Radstand: 2.705 mm Leergewicht: 1.745 kg (EU), Gewichtsverteilung 50/50