Nach 20 Jahren Pistenerfahrung ein Kompakttraining? Bringt’s das? Aber ja, man lernt echt nie aus! Ich habe also zur Abwechslung eine Coaching-Einheit mit dem Auto eingeschoben. Zum selber Rumturnen und anderen Trainingsfreudigen auf die Lenkarme und Gasfüße gucken.

Nützt jemandem, der jahrelang schneidig die Hänge runtercarvt, gelegentlich eine Skilehrerstunde?
Tut einem, der im Tennisverein Ranglisten-Erster ist, ein Coaching hin und wieder gut?
Ja, natürlich!
So habe ich zwar schon etliche Fahrtrainings in Armen und Beinen, profitiere aber jedes Mal wieder aufs Neue – diesmal vom PKW Intensivtraining der ÖAMTC Fahrtechnik. Das, wie der Name verrät, kompakt und knackig die wichtigsten Aspekte des Unterwegs-Seins in einem halben Tag kredenzt – ideal als Workout zwischendurch!

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Endlich sesshaft werden

Was ich stets besonders mag: Die anschaulichen Erklärungen, mit denen die ÖAMTC Fahrtechnik-Instruktoren charmant auf Fahrfehler aufmerksam machen.
Beispiel Sitzposition: Wir sehen sie alle vor uns, die lässigen Lenker, die wie im Campingbett nahezu waagrecht im Fahrersitz lümmeln, die eine Hand hängt auf der 12-Uhr-Position des Lenkrad, die andere baumelt beim Fenster hinaus.

Das ist nicht nur wenig schlau, sondern im Fall des Unfalls sogar gefährlich. Unser fescher Fahrinstruktor Dieter Svepes erläutert wie folgt:

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Ein Airbag schießt beim Aufprall mit etwa 300 km/h hervor. Habt Ihr die Hände auf 9- und 3-Uhr-Position, kann er seine Dienste erfüllen. Baumeln hingegen die Hände oder überhaupt nur eine auf 12 Uhr, schleudert Euch der Airbag die Hand ins Gesicht – und das geht sprichwörtlich in’s Aug’!

Und siehe da, bei der nächsten Übung sitzen wir alle ein bisserl korrekter hinterm Lenkrad – und tun uns auch gleich viel leichter beim Lenken.

Der Trick mit dem Hüftknick

G’schmeidigen Spaß haben wir beim Slalomfahren: So lange die Bahn trocken und das Tempo nicht allzu hoch ist, lässt’s sich auch nahezu elegant und harmonisch zwischen den orangen Huterln wedeln, fast wie beim Skifahren durch frischen Pulvertiefschnee.

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Nach zwei Durchgängen ist allerdings Schluss mit lässig, die Piste wird bewässert und, schwupps, schwänzelt mein Auto gleich als erstes keck mit dem Hinterteil davon und will am liebsten diretissima den Hügel runter abpaschen.

Zum Gustieren und Probieren

Auch meine Trainingskollegen loten erste Tugenden ihrer Autos aus.

Susanne Hailer hat ihr Stadtschnucki erst seit wenigen Wochen und will testen, ob sie sich auch in Extremsituationen auf ihn verlassen kann:
Ich krieg’ durch dieses Training sowohl mehr Vertrauen in mich, als auch ins Auto, wenn ich sehe und ausprobiere, was ich durch entsprechendes Bremsen und Lenken alles beeinflussen kann!

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Richard Vitek unterzieht die technischen Helferleins seiner Businesslimousine einer peniblen Prüfung. Sein Resümee:
Ich habe schon vor vier Jahren, als ich ihn gekauft habe, gewusst, dass er ein tolles Auto ist. Jetzt bin ich jedoch restlos überzeugt davon!

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Und manch’ eine will darüberhinaus auch Spaß haben und ihrem Fahrzeug ein wenig anderen Auslauf gönnen

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Wer kratzt die Kurve?

Resche Rundungen blühen uns im Anschluss, und so heiße Kurven haben’s mitunter ja in sich: Oft sind sie ausgeprägter und an Stellen vorhanden, wo sie keiner erwartet – auch auf den Straßen.

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Wer in diesem Fall zu heftig lenkt oder abbremst, dessen Auto begibt sich entweder ab nach außen ins Gebüsch (Untersteuern), oder der Allerwerteste unseres Gefährts überholt uns plötzlich  (Übersteuern).
Beides eher ungünstig.
Unsere Aufgaben im Training daher: Wir fahren erst gemäßigt, dann schneller durch die Biegung, bremsen mittendrin ab, beschleunigen aus der Kurve raus oder schalten auch ’mal alle unterstützenden Systeme aus – und schauen und spüren, wie unsere Karossen jeweils reagieren.

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Prompt will mein Fahrzeug anders als ich, weil ich wieder mal zu engagiert gegengelenkt habe, und sich nach außen vertschüssen. Aber die Fangräume sind groß, weit und breit steht keine Leitplanke im Weg.
Daher genieße ich ein bisserl die Eskapaden meines kessen Kerls, bevor ich den Anweisungen des Instruktors folge …

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Splish, splash!

Die spritzigste ist eindeutig die letzte Station. Nicht nur wegen der Wasserfontänen, die ein Hindernis simulieren, um das wir außen rum fahren oder davor stehen bleiben sollen.
Sondern weil wir ordentlich auftrainiert sind, unsere Kutschen in diversen Situationen beherrschen geübt haben und nun sicher und forscher Grenzen ausloten können. autofrau_fahrtechnik_CH_150426_3251

Die beiden Mazda MX-5-Fahrer beispielsweise kreiseln und driften, dass es eine Freude ist. Was zum einen an den in diesen alten Autos fehlenden technischen Helferleins liegt, zum anderen an der Lenktechnik – und zum weiteren an der Probierfreude der Piloten

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Birgit Ivath fährt ihren Roadster schon seit 10 Jahren und ist seit einiger Zeit Tour-Guide bei einer MX-5-Gruppe, die immer wieder hübsche Ausfahrten unternimmt:
Damit ich das mehr genießen kann, will ich mehr G’spür fürs Auto kriegen. Dieses Kompakttraining ist einfach perfekt!

Ihr Roadster-Kollege Gerhard Riedl will für seinen roten Flitzer ebenfalls vorrangig „Gefühl kriegen und spüren, wo seine Stärken und Schwächen sind“.
Und auch er scheint die Kapriolen seines flinken Autos zu genießen …

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Schubs-karre fahren

Als Abschluss des Kompakttrainings dürfen wir noch auf die Schleuderplatte, unseren Karren zieht’s sozusagen den Boden unter den Reifen weg, und wir bemühen uns redlich, die Davonschlitternden ab- und einzufangen.

Fazit: Egal, ob Du spielen oder zukünftig sicherer fahren willst: Das Intensivtraining bringt’s und macht Spaß! (Hier lässt sich das Training direkt über das Portal der ÖAMTC Fahrtechnik in allen neun Fahrtechnikzentren buchen.)

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