Was der Ford Mondeo mit einem macht, wenn man ein paar Tage mit ihm rummacht. Prächtig verbildlicht von Christian Houdek.

Kleider machen Leute, schrieb einst Gottfried Keller in der gleichnamigen Novelle.

Autos machen auch Leute, schreib’ ich.

Nicht, dass ich Kellers Aussage bezweifle, ganz im Gegenteil. Seine Botschaften, dass sich manche Menschen von Äußerlichkeiten wie Kleidern und Statussymbolen blenden lassen, dass die Persönlichkeit jedoch über das Äußere siegt und sich echte Gefühle sowieso über jeglichen Standesunterschied hinwegsetzen, treffen einfach auch auf Autos zu.

Und ich füge noch ein paar Erkenntnisse hinzu. Vor allem dann, wenn es sich beim Testwagerl um einen so sagenhaft schönen und auffälligen Schlitten wie den neuen Ford Mondeo handelt:

1. Du kriegst Auftrittsgarantie. Immer.

Bereits die Farbe ist ein Statement: Rubinrot! Wenn ein Auto Ton in Ton mit dem Teint dieses leidenschaftlichen Edelsteins auffährt, demonstriert es geschliffene Manieren und eine betörende Ausstrahlung.
Und das bedeutet, dass frau, sofern sie wie ich schon ein bisserl aufs Äußere bedacht ist, sich tunlichst nicht nur für die Fotosession mit dem RubyRedFord in passende Roben kleiden, sondern dass sie ihn niemals, ich betone N.I.E.M.A.L.S., mit inadäquatem Outfit pilotieren sollte.

Denn wenn du dich Sonntagfrüh noch vor dem Zähneputzen rasch mit dem Auto zu den Extramistkübeln pirschen willst, weil du traumtrunken schon wieder über das „seit Tagen zum Entsorgen hergerichtete“ Altpapier gestolpert bist, das Zeug in des Testautos riesigroten Hintern pfefferst, der erfreulicher Weise via Fernbedienung automatisch öffnet und schließt, und still und leise an der Müllinsel ankern, entsorgen und dich wieder schleichen willst, hast du mit dem Mondeo Pech.

Jedwede Aufmerksamkeit gehört uneingeschränkt dir, wenn du mit ihm vorfährst – und sei’s bei Coloniakübeln, wo sich auch andere tummeln, die deine Idee der frühmorgendlichen Mistentledigung teilen.
Die Leut’ schau’n ihn an, schleichen drumherum, gucken wem er gehört, und du lässt laaaaangsam eine Zeitung nach der anderen in die Altpapiertonne fallen, weil dir grad bewusst wird, dass du den Polster noch im Gesicht und Uralt-Klamotten am Körper hängen hast, und du hoffst, dass sie gehen, aber sie warten draußen, und die eine fragt schließlich Der hat aber schmale Schweinwerfer – leuchtet der wirklich ein Flugfeld aus, so wie in der Werbung?

Ich fege selten über Flugfelder, murmle ich in den Altpapiercontainer hinein, erwidere jedoch laut und deutlich, während ich zögernd hervorkrieche: „Er leuchtet sehr weit und sehr schlau, denn diese LED-Schweinwerfer passen ihre Strahlkraft den Bedingungen an. Je nach Lichtverhältnis, Umgebung und Tempo folgen sie in geeignetem Winkel und Intensität der Straße und den Kurven.

Und während die Frühaufsteher weiter glubschen und glotzen, überlege ich, ob ich nicht doch irgendwo im Auto noch rasch Make-Up und Haarbürste hervorzaubern kann und krame und finde aber nichts, und einer fragt Was kostet der?, und ich nenne die stattliche Summe, und er sagt Na bumm!, und ich sag’ Ja, pfuh, schon teuer, und die Erste sagt Na, wenn man sich’s leisten kann … und mustert mich dabei in meinem Schlabber-Outfit und meinem verknitterten Gesicht und sagt Seeehr schön ist der!, und dann geht sie, zum Glück, alle gehen sie, und ich wische ins Auto und nach Hause.

2. Dein Putzteufel wird erweckt.

Generell und allgemeinhin bekannt behandle ich Autos pfleglich, weil ich sie mag und sie gern sauber mag, innen und außen. Wirklich penibel bin ich an sich nur mit meinem Weltschönsten, doch der Rubinrote hätte ihm beinahe den Rang abgefahren, mit seinem glänzenden Lack, der herrlichen Heckscheibe, den erlauchten Konturen.

Als ich jedoch nicht mehr nur fürs Foto, sondern auch des Abends begann, mit Lappen und Schwammerl  gen Mondeo auszurücken, haben mich die prächtigst pubertierenden Söhne zum Glück von interimistischer Putzsucht abgehalten:
Bei einem einschmeichelnden Mama, wir haben Hunger, was gibt’s zu essen? kehrt eben auch die autoaffinste Mum an den Herd.

3. Du wirst zum Verweilen verleitet.

Ich ertappe mich dabei, wegen jeden fehlenden Milchpackls im Kühlschrank ins Auto zu steigen und das nicht, weil ich so faul bin, sondern weil der Mondeo so mustergültig via Fernbedienung die Heckklappe öffnet und schließt …

Aber auch das Vorndrinsitzen ist edles Erlebnis, satt und souverän gleitest du in weichen Ledersitzen durch Stadt und über Land, in wahrlich elegantem Ambiente.
Das Cockpit spielt dabei alle Stückerln, sogar sehr viele, die sich über die Touchscreen-Kommandozentrale bedienen lassen.

Begleitet wird das majestätische Cruisen von etlichen genialen Assistenten und Extras, von denen mich vor allem

  • die adaptive Cruise Control (der Mondeo hält eine eingestellte Distanz zum Vorderfahrzeug ein)
  • der Fahrspurhalteassistent (steuert entgegen,wenn der Mondeo die Spur zu verlassen droht)
  • der Kollisionsassistent (warnt bei drohendem Aufprall und bremst im Bedarfsfall das Auto ab)
  • und der Einparkassistent (fährt selbstständig in und aus jeder Parklücke heraus!)
  • Sitzheizung und beheiztes Lederlenkrad
  • das Gurt-Airbag-System für Hintensitzer (mindert im Unfalls-Fall das Verletzungsrisiko im Kopf- bis Brustbereich) begeistert haben.

Mit abschließenden Worten: Dieses Auto macht mächtig viel mit und aus einem und für einen!

 Kurz & bündig

  • Was er ist: ein repräsentativer, elegant-sportlicher und bravouröser Business-Bolide; für Managerinnen und Karrieristinnen mit Sinn für Stil und Sportlichkeit; auffallend attraktiv, liegt sensationell satt auf den Straßen und verleiht Sicherheit und Souveränität dank seiner vielen elektronischen Helferleins; 
    angenehm ruhig und gediegen die Atmosphäre im noblen Innenraum; das Cockpit ist im Vergleich zu früher fein reduziert worden, das große Display (wichtig: auch fingernageltauglich!) in vier Zonen aufgeteilt, die alle Wünsche erfüllen lassen;
  • Was er kann & kostet: Startpreis für die Limousine (jedes Modell gibt’s auch als Traveller, also Kombi) sind 29.200,– Euro – gar nicht mal so arg für diesen stattlichen Schönling, serienmäßig sind u. a.  Berganfahrhilfe und Start-Stopp-System dabei;
    will frau in den Genuss aller Sinnes- und Sicherheitsfreuden unseres oben beschriebenen dieseligen Testmodells 2,0 TDCi Titanium kommen, muss sie schon tiefer ins Börsel fahren: Für € 50.791,73,– kann er dann aber auch wirklich alles;
  • Was uns besonders gefällt:  eindeutig die Zauber-Heckklappe ;
  • Was wir gerne hätten (sehr spitzfindig, aber doch): dass das Navi noch ein bissl simpler zu bedienen ist; und ich bin eine begeisterte Anhängerin eines Kommandozentralenknopfs in der Mitte, mit dem sich alles steuern lässt – da kommt man leichter hin und das Display wird nicht so abgeschmatzt;
  • An der Tanke: laut Hersteller 4,9 Liter kombinierter Verbrauch – wir haben uns wie üblich bei etwas mehr, konkret 1,8 und somit 6,7 eingependelt.
    Alle detaillierten Infos über den neuen Ford Mondeo hier.
Ford Mondeo
2,0 TDCi Titanium
   
Leistung 180 PS (133 kW)
Getriebe PowerShift-Automatik
Ø Verbrauch / CO2 4,9 l Diesel /125 g
Preis 50.791,73
Steuer (jährlich) 856,44
Versicherung (jährlich)1 HP 171,59 / TK 469,30 / VK 1.058,66
Sicherheit (EuroNCAP)  dot-fulldot-fulldot-fulldot-fulldot-full
Style-Faktor  dot-fulldot-fulldot-fulldot-fulldot-empty
Spaß-Moment  dot-fulldot-fulldot-fulldot-fulldot-full
Fahrerlebnis  dot-fulldot-fulldot-fulldot-fulldot-full
Preis-Leistung  dot-fulldot-fulldot-fulldot-emptydot-empty
Öko-Perspektive  dot-fulldot-fulldot-fulldot-emptydot-empty

1(HP = Haftpflicht, TK = Teilkasko, VK = Vollkasko; Berechnung durch Mehrfachagentur EXIA; Grundlage ist Zulassungsbezirk Wien sowie die Bonus/Malus Stufe 0)

Best Song4Car: Aufg’legt quasi, Ruby von den Kaiser Chiefs (hier im Link) und als YouTube-Video:

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