Škoda Kodiaq im Test. Groß und stark wie ein Bär, dabei leicht und zart im Handling. Sicher und schön ist er obendrein.

Text & Bild: Petra Mühr

Was fährst Du grad?“, fragte der Wahlverwandte mit anerkennend musterndem Blick, setzte sich gefällig auf den Beifahrersitz des ihm offensichtlich unbekannten Škoda Kodiaq, nachdem er seinen Koffer geradezu begeistert in den Kofferraum gewuchtet hatte, den ich kurz davor vor seinen Augen mit einem Fußkick geöffnet und ebenso wieder geschlossen hatte, und fügte wissend hinzu „Ist das ein … (NameeinerdeutschenPremiummarke)!?

Das ist ein Škoda“, fügte ich seltsam stolz hinzu, gerade so, als wäre dies mein eigenes Auto und nicht ein Testfahrzeug, das nach einigen Tagen vom nächsten Journalisten unter die Lupe genommen wird, „der neue Kodiaq.“

Ein Škoda!? Der Kodiaq!? Also DAS ist der Kodiaq!? … Das Erstaunen war groß, das Raunen gewaltig und die gesamte Fahrt zum Flughafen füllend.
So wie jedes Mal, wenn wir mit dem eleganten und robusten Erdbär-SUV aufgetaucht sind – schließlich ist der Kodiaq der erste der neuen tschechischen SUVs,  gehört noch nicht zum gewohnten Straßenbild und ist wahrlich unaufdringlich schön und schlicht zugleich in seinen Formen:
Sportlich und schick. Kräftig und wendig und unglaublich federleicht, mit zwei Fingerspitzen sozusagen, zu dirigieren … im Augenblick wie erwähnt mit der Wahlverwandschaft auf den hellen Ledersitzen auf dem Weg zum Flughafen.
Vier Erwachsene samt Gepäck. Das packen der Kodiaq und ich mit links, und wäre er mit einem 7-Sitzer-Paket versehen, hätten zwei weitere Kleinere auch noch Platz!

Raumzaubärer

Platz hat er im Überfluss. Ob auf den Sitzen, im Kofferraum, in den Türen oder im Cockpit. Überall sind kleine und größere Ablageflächen, die Frauen und Familien das Platzieren und Lagern von Zeugs erleichtern.
Sogar in die zwei Handschuhfächer passen nicht nur sehr viele Handschuhe, sondern auch sehr viel anderes hinein, weswegen ich hier an dieser Stelle für eine längst schon fällige Umbenennung des Handschuhfachs in Krimskramslade, Klumpertfach oder schlicht und einfach Stauraum plädiere.

Abstaubär

Apropos Stau … Der kann einem im Kodiaq Blutwurst sein, so es einer wie unserer mit DSG (Doppelkupplungsgetriebe) vulgo Automatik und Stauassistent, automatischer Distanzregelung (ACC) und Spurhalteassistent ist.
Weil der Kodiaq dann alles checkt.
Er hält das Tempo, das Du eingestellt hast, sowie den Abstand zum Vordermann und die Spur.
Lenken, bremsen, Gas geben macht er alles ganz von selbst, nur das Lenkrad musst Du dabei mit den Händen umfassen.

Bedienba(e)r

Eine ganze Herde an weiteren Assistenzsystemen trägt ebenfalls dazu bei, dass Kodiaqfahren bequem, angenehm, leicht und sicher ist, weil er Verkehrszeichen erkennt, Dir beim Ausparken hilft oder Dich vor Querverkehr warnt und dabei auch bremst, wenn er meint, dass Du jetzt nicht so gut geschaut bzw. im konkreten Fall das Tempo der heranfliegenden Reib’n doch ein wenig unterschätzt hast.

Danke, Kodiaq, auf Dich kann ich mich voll und ganz verlassen!
Das alles mit Komfort, Ruhe, Unaufgeregtheit und – dank des himmlischen Panoramaglasschiebedachs – sogar ein wenig Cabriofeeling, weshalb ich nach der absolvierten Flughafenfuhre nicht wie geplant mit meinem Weltschönsten, sondern mit dem Bussi-Bären die Ausfahrt unternahm!

Kurz und bündig

  1. Was er ist und kann
    Für mich das aktuell interessanteste Familien-SUV, weil er alles hat, worauf man als Sippschaft so steht, angefangen von Platz, Sitzanzahl, Sicherheit, Bequemlichkeit UND, weil wir schließlich nicht alle die Millionen auf dem Konto haben – ein großartiges Preis-Leistungsverhältnis. Komplett ausgestattet, so wie in unserer Testvariante beispielsweise, muss man „woanders“ locker nochmal 20.000,– aufwärts drauflegen …
  2. Was uns besonders gefällt
    – der Allradantrieb
    – optional (= 7-Sitzer-Paket ab 667,– Euro je Modell) zwei weitere Sitze in der dritten Reihe!
    – Simply Clever Features wie Eiskratzer im Tankdeckel, Regenschirm in der Autotür oder, besonders für Familien interessant, der Türkantenschutz!
  3. Was wir gerne hätten
    – einen dezenteren Verbrauch
  4. An der Zapfsäule
    laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) 5,7 l – wir haben dann doch 7,9 gebraucht
  5. Alle detaillierten Infos über den Škoda Kodiaq findet Ihr hier.

Daten und Fakten

ŠKODA KODIAQ Style 2.0 l TDI SCR DSG 4×4
Leistung 150 PS (110 kW)
Getriebe DSG 7-Gang
Ø Verbrauch / CO2 5,7 l Diesel / 149 g
Preis (Einstiegs-/Testmodell) € 25.690,– / € 54.152,20
Steuer (in €, monatlich) 60,36

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