Subaru Levorg im Test. Kernig durch Boxermotor und Allradantrieb. Kommod dank Automatik, Infotainment und der zwei Augen mehr …

Text & Bild: Petra Mühr

Es ist schon beruhigend, wenn Du entspannt auf der Autobahn dahinglühst, plötzlich glüht einer unentspannt an Dir vorbei, schneidet aus Dir unerfindlichen Gründen scharf rechts vor Dir hinein … und bevor Du noch reagieren kannst, wird Dein Subaru Levorg flugs und automatisch langsamer.

Weil er nämlich auch zwei Augen hat, in Form einer Stereokamera, die jedoch im Vergleich zu unseren menschlichen Augen und unserem Gehirn den unfassbaren Vorteil hat, sich durch nichts ablenken zu lassen und somit prompt und unverzüglich reagiert und den Kurs hält.

Das zählt zu meinen Hauptaufgaben im Leben generell.
Dass ich auf Kurs bleibe.
Auch wenn es viele wunderbare und einige weniger wunderbare Ablenkungen gibt.
Natürlich nichts gegen einen kleinen Umweg, eine Pause oder vielleicht auch einen Abstecher.
Aber die Ziele, die Visionen, die Bestimmung, um nicht zu schreiben ,die Berufung‘, sollte immer im Auge behalten und stets aufs Neue angepeilt werden.
Möglichst ohne Crash … eben ganz im Stil von EyeSight, dem Stereokamera-Überwachungssystem des Subaru Levorg.

Raubvogelblick

Eyesight kann durch sein Vorausschauen vor Kollisionen warnen, notbremsen, die Spur halten und leiten, vorgegebenes Tempo und Abstand halten und im Stop-and-go-Verkehr selbstständig anfahren – also ziemlich viel.
Das Ende der (gern zitierten) Fahnenstange in Sachen elektronischer Helferleins wird dann irgendwann das selbstfahrende Auto sein, derzeit allerdings beschränken sich die Assistenzsysteme noch auf Unterstützung … und ganz ehrlich, mit dem Levorg macht „Söbafoahrn“ viel zu sehr Spaß, als dass man sich nur zurücklehnen will und transportieren lässt.

Ein Alltagsheld

So sportlich, souverän und speziell wie er aussieht, mit seiner kühnen Hutze auf der Motorhaube und den zwei Auspuffendrohren auf dem appetitlichen Hinterteil, genau so überlegen, athletisch und überzeugend fährt sich der Levorg auch.
Zügig und willig im Speed, gelassen und sicher in der Fortbewegung, sauber in den Kurven und beim Bremsen.

Saftig und solide liegt der Levorg auf der Straße, der Turbobenziner läuft ruhig, der Allradantrieb verleiht zusätzliche Sicherheit sowohl auf dem Asphalt als auch auf nicht so fest befestigten Wegerln – und zu dieser sagenhaft feinen Straßenlage, mit der es sich so richtig g’schmeidig in die Kurven schmatzen lässt, kommt auch eines der besten Lenkräder, das ich seit langem in Händen hielt.

Mit Sinn fürs Spüren

Schießlich kommt es sehr auf die Haptik an, und da haben die Designer beim Lederlenkrad des Levorg wahrlich einen guten Griff gemacht. Glatt und satt ruht das Lenkrad in den Händen, ich traue mich sogar zu schreiben: für mich die perfekte Handhabung.

Und weil ich grad so schön am Steuer sitze und nach vor auf meine Ziele schaue, taucht die forsche Hutze in meinem Blickfeld auf und ich stelle fest:
Das macht auch von innen viel her, die gewölbte Nase vor mir, ein netter An- und Ausblick, da pfeif’ ich doch glatt auf die gut abgestimmte und stufenlose Automatik, lege meine Finger auf die Schaltpaddles drauf, die mustergültig direkt am Lenkrad angebracht sind, und lege los.

Deep blue

Zum schneidigen Fahrgefühl und Ambiente tragen selbstverständlich auch die Sportsitze vorn, die blauen kontrastierenden Ziernähte im kompletten Innenraum und die schier brillierend schöne Perleffekt-Lackierung Lapis-Blue-Pearl bei.

In der Tat eine flott-elegante Mischung, mit der nicht nur ich mich wirklich auf jedem Parkett und in jeder Situation zuhause und wohl fühle.

Kurz und bündig

  1. Was er ist und kann
    Ein auffällig nonkonformistischer Sportkombi mit elegant-athletischem Auftritt für diskrete Individualisten.
    Kräftig. Geräumig. Besonders.
    Mit souveränen Assistenzsystemen. In famosem Preis-Leistungs-Maß.
  2. Was uns besonders gefällt
    –  sein Zug, so spritzig-kräftig-mühelos, und sein Fahrwerk,  so satt-sportiv-bequem
    – die Garantien (3 Jahre oder 100.000 km, 12 Jahre gegen Durchrostung, 3 Jahre Subaru Mobilität, 3 Jahre gegen Oberflächenkorrosion)
    – die vielen und teilweise klug unterteilten Ablagen
  3.  Was wir gerne hätten
    – unbedingt eine elektrisch zu betätigende Heckklappe
    – Einparksensoren
    – statt des Schiebedachs lieber ein Panoramaglasdach
    – passendere und wertigere Kunststoffelemente im an sich stimmigen Innenraum
    – einen dezenteren Verbrauch
  4. An der Zapfsäule
    laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) 7,1 Liter – wir kamen im Testzyklus auf 9,2 Liter, das ist schon happig.
  5. Alle detaillierten Infos über den Subaru Levorg findet Ihr hier.
SUBARU LEVORG 1.6 GT-S Exclusive Lineartronic
Leistung (Systemleistung)  170 PS / 125 kW
Getriebe

Stufenloses Automatikgetriebe 

Ø Verbrauch / CO2  7,1 l  / 164 g
Preis (in €, Einstiegs-/Testmodell)   29.990,00/ 38.651,50
Steuer (in €, monatlich) 71,91

Best Song4car, ein flotte Uralt-Nummer von den Gibson Brothers, die während der Testphase wundersamer Weise permanent auf diversen Radiosendern lief: