Diesmal stellen wir Euch den Volvo XC60 Recharge Polestar Engineered vor, den wir sowohl in der Stadt als auch auf dem Land auf Herz und Nieren getestet haben.

Text: Margot Dihanits
Bild: Anja und Margot Dihanits

Gleich auf den ersten Blick verliebe ich mich in des Volvo XC60 Recharge Polestar Engineered voluminös-kraftvolle Form mit der stattlichen Bodenfreiheit und den großen Rädern :-). Filigrane Proportionen vermitteln oberhalb der Gürtellinie die  Ausstrahlung eines Sportcoupés, von der Seite zeigt er

eine durchtrainierte, schlanke Flanke und von hinten einen knackigen, straffen Aufbau.

 

Beim Volvo XC60 Recharge Polestar Engineered arbeiten ein Benzinmotor mit Turbolader und ein Elektromotor trefflich zusammen: 303 + 87 PS, 1969 ccm, in 5,4 Sekunden von Null auf Hundert – da muss Frau das Gas-Fusserl schon recht unter Kontrolle halten. Der Hochleistungsantrieb des Strong-Boy verwandelt den Volvo auf jeden Fall in einen echten Sportwagen – und das genießen meine Tochter und ich in vollen Zügen am Weg in die Steiermark zu einem Wander-Wochenende …

Bevor es so weit ist, darf ich den coolen Schweden jedoch noch ausgiebig in der Stadt testen und ganz besonders interessiert mich dabei das Fahren im rein elektrischen „Pure-Modus“. Voll aufgeladen schaffe ich 46 km von Klosterneuburg durch die Wiener City (mit einigen Schlenkerern) bis in den Süden von Wien. In Liesing ist dann Schluss mit dem lautlosen und emissionsfreien Fahren und der coole Schwede schaltet automatisch in den Hybrid-Modus zurück, wo nun auch wieder der Benzinmotor zum Einsatz kommt. Zum Fahren in der Stadt eine durchaus akzeptable Reichweite.

Auf geht’s

Freitag 16 Uhr, 32 Grad – meine Tochter und ich starten unsere Tour von Wien 23 Richtung Sölkpass. Dankbar über die sehr schnell reagierende elektronische Klimaanlage rutscht das Kind in den kühlen Ledersitz und ist sichtlich erstaunt über die nicht enden wollenden Möglichkeiten der Sitzeinstellungen.

Sobald wir die Südautobahn erreicht haben und auf Reisegeschwindigkeit gekommen sind, tüpfl ich kurz mit dem Daumen der linken Hand aufs Tempomat Knöpferl und das Auto fährt jetzt nicht nur ruhig und gleichmäßig wie auf Schienen mit der programmierten Geschwindigkeit, sondern bremst auch, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug zu Nahe kommt. Umgekehrt beschleunigt der Volvo, wenn die Straße wieder frei ist. Nicht einmal bei Baustellen mit 80iger oder 60er Zonen benötige ich meine Beine, da die Geschwindigkeit in 5er Schritten ebenfalls auf Knopfdruck höher bzw. niedriger gestellt werden kann.

Nach 120 km kommen wir in den ersten Stau und jetzt bin ich neugierig, ob das SUV auch bis zum Stillstand selbständig bremst. Kurz werde ich nervös und möchte schon mitbremsen, aber auf die Sicherheit von Volvo ist Verlass, brav bleibt das Auto hinter dem Ende der Kolonne stehen und durch die Start/Stopfunktion schaltet sich auch gleich der Motor aus. So praktisch und nützlich dieser Assistent auch ist, da Auffahrunfälle praktisch nicht vorkommen können, verleitet es mich jedoch auch ein wenig zur Unaufmerksamkeit und ich muss aufpassen, die Kontrolle nicht ausschließlich dem Auto zu überlassen.

Geschwindigkeit, Navigationssystem, Warnsymbole und viele andere Informationen kann ich neben dem Fahrerdisplay praktischer Weise auch auf einem auf die Windschutzscheibe projizierten Bild ablesen.

Schön ist er sowieso – sauber noch nicht

Da wir am nächsten Tag beim Fotoshooting ein sauberes Auto haben wollen, suchen wir in der Umgebung von Schöder in der Steiermark eine Tankstelle mit Waschanlage – nicht ganz einfach … ;-). Der Tankwart wundert sich wahrscheinlich immer noch, weshalb die beiden Ladies aus Wien mit dem fetten Auto auf eine Wäsche bestehen, obwohl die Gewitterwolken bereits gefährlich nah über dem Ort hängen. Wir haben ihn nicht aufgeklärt, aber zumindest hat er sich gefreut, als er bei der Vorwäsche mit dem Insektenlöser entdeckt,

dass die Farbe der Sicherheitsgurte mit der der Bremssättel harmoniert.

Auffi miaß ma

Da es am Samstag ab Mittag regnen soll und wir gerne im Trockenen wandern möchten, sitzen wir bereits um 7:30 Uhr wieder im Auto und setzen unsere Fahrt auf den Sölkpass auf fast 2.000 Höhenmeter mit maximaler Steigung von 12 % und etlichen Kehren fort. Keine andere Strecke der Steiermark fühlt sich so sehr nach Hochgebirge an, entsprechend konzentriert lenke ich den Volvo XC60 Recharge Polestar Engineered durch die steilen Kurven. Das Automatikgetriebe hilft mit und wählt die Gänge so, dass wir mühelos und leichtfüßig den Berg hinaufgleiten.

Beim ersten Foto-Stop in der Katschtalkehre hängt noch der Morgennebel zwischen den Bergen und wir merken erst beim Aussteigen, wie kalt es hier oben ist und dass unser sicherer Begleiter ganz automatisch für eine wohlige Innentemperatur gesorgt hat.

Der Wettergott meint es in weiterer Folge gut mit uns und beim Weiterfahren wird es so sonnig, dass wir das große Schiebedach mit Panoramascheibe öffnen – einige am Straßenrand stehenden Kühe sind äußerst interessiert und schauen neugierig zu uns herein. Einen weiteren Stopp auf der Passhöhe sparen wir uns, zuviele pinkelnde Motorradfahrer …

Wir fahren noch ein paar Kehren weiter bis zur Kaltenbachalm, wo wir endlich unsere Wanderung zu den drei saukalten Bergseen starten und sich der Volvo XC60 Recharge Polestar Engineered in der Zwischenzeit die umliegenden Berge anschauen kann.

Technische Daten:

Motor:  T8 Recharge
Getriebe:  8-Gang Geatronic Automatikgetriebe
Leistung kombiniert : 223 + 65 KW (303+87 PS)
Hubraum:  1969 ccm
Verbrauch (im Kombizyklus):  2,4 – 2,7 l/100 km (lt. Werk)
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,5 s
CO2-Emissionen:  54-61 g/km
Preis: ab 66.933 Euro

Was uns besonders gefallen hat

  • Volvo macht seinem Image als sicherstes Auto der Welt alle Ehre und wir waren begeistert von der Vielzahl an Fahrassistenten, die ein Gefühl von absoluter Sicherheit vermitteln
  • 46 km mit einmal Aufladen rein elektrisch fahren finden wir super

Was uns weniger gefallen hat

  • Bei der Ausstattung und dem Fahrspaß darf Frau wahrscheinlich über den Preis von 91.612 Euro für das Testmodell nicht meckern
  • Gibt es keine Möglichkeit oder vergisst Frau zum Strom tanken, schluckt der Feschack 9,2 Liter Benzin auf 100 km